Lebendige Frauen

Erschöpft? Lustlos? Konzentrationsstörungen? Depressive Verstimmung Schlafstörungen? Schwindel? Kopfschmerzen? Nackenverspannungen? Haarausfall? Nagelbrüchigkeit? Frau? Reif für den Arzt? Eisenmangel?

„Lebendige Frauen“ ist ein Buch, das vielen kranken Frauen neue Hoffnung gibt. Über 100 Millionen Frauen im Menstruationsalter in Europa leiden an Symptomen eines nicht diagnostizierten Eisenmangelsyndroms. Weltweit sind es über eine Milliarde. Nach einer 6-jährigen Forschung gelang es in der Schweiz erstmals, das Krankheitsbild zu definieren und mit einem tiefen Eisengehalt des Körpers zu korrelieren.

Nach dieser Erkenntnis drängt es sich auf, den Betroffenen Eisen zu geben. Dazu stehen zwei Arten zur Verfügung: einerseits Eisentabletten, die bei Frauen im Menstruationsalter in den meisten Fällen nur schlecht wirken und oft schlecht verträglich sind, andererseits Eiseninfusionen mit einer hervorragenden Erfolgsquote und einer sehr guten Verträglichkeit. Schon in wenigen Wochen kann sich Ihr Gesundheitszustand wesentlich verbessern oder gar normalisieren.

Leseprobe: Es ist mir alles zu viel. Ich bin erst 32-jährig und meine Batterien sind leer, ich könnte immer einschlafen. Oft fühle ich mich grundlos niedergeschlagen und mein Selbstwertgefühl ist im Keller. In letzter Zeit vertrage ich die Kinder nicht mehr, es herrscht eine Unruhe in der Familie, weil ich keine Nerven mehr habe. Es tut mir ja so leid, ich wünsche mir, es wäre anders. Mittlerweile kann ich nachts nicht mehr gut schlafen, sodass ich am Tag erst recht kaputt bin und sogar tageweise nicht mehr arbeiten kann. Ich hoffe, es gibt deswegen keine Kündigung. Mein Chef fragt mich, was ich habe. Was soll ich antworten?

Was ist nur geschehen? Bis vor wenigen Monaten war doch alles noch ganz anders. Am Morgen machte ich das Frühstück und nach einer kräftigenden Dusche brachte ich vor meiner Arbeit die Kinder in die Schule. Das 50%-Pensum bewältigte ich problemlos, der Job machte mir Spass. Nach dem Mittag versorgte ich die Wohnung, ging anschliessend joggen und fühlte mich am Abend frisch für das Familienleben.

Was könnte passiert sein? Die Ehe ist gut, mit meinem Mann verstehe ich mich sehr gut, die Kinder gedeihen gut und bereiten niemandem Sorgen, die Arbeit gefällt mir und das Salär stimmt. Auch an meinem Freundeskreis könnte nichts besser sein. Der Besuch beim Hausarzt war frustrierend. Nach einer ausführlichen körperlichen Untersuchung und Blutentnahme wurde das erfreuliche Resultat mitgeteilt, dass ich gesund sei. Kein Organschaden, keine Blutarmut, keine Schilddrüsen- Unterfunktion oder sonst was. Schön. Dennoch wäre mir lieber gewesen, man hätte was gefunden, das mich krank macht. Meine Selbstzweifel steigen, ich fühle mich hilflos, wie geht das nur weiter? Der Arzt gibt mir antidepressiv wirksame Psychopharmaka, die ich mit Widerwille zu schlucken beginne. Ich hab Angst und versteh die Welt nicht mehr.

Weshalb bin ich innert sechs Monaten zum “Psycho” geworden? Meine Kindheit war ja auch in Ordnung, also wird sich ja wohl kaum eine frühkindlich verursachte Störung jetzt zu manifestieren beginnen. Sollte ich den Job aufgeben? Beim Jogging breche ich mittlerweile nach 5 Minuten fast zusammen, sodass ich den Sport aufgebe. Nachdem auch eine Schlafkur sowie eine einwöchige Arbeitspause den Zustand nicht verbessert, steigen die Sorgen meiner Familie. Meine Selbstsicherheit ist nirgendwo mehr. Und ich hab keine Lust mehr auf Sex, was mein Mann nur mit Mühe verstehen kann.

Hat der Arzt etwas übersehen? Stimmt etwas in meinem Kopf nicht? Wäre ein Röntgenbild nicht langsam aber sicher nötig? Nachdem ich einen zweiten Arzt aufgesucht habe und von ihm die gleiche Botschaft erfuhr, dass ich körperlich gesund sei und auch das Kopfröntgen sowie die Ableitung der Hirnstromkurven (EEG) ein normales Hirn gezeigt haben, fragte ich ihn nach dem Grund meiner Leidensgeschichte. Endlich kommt eine klare Antwort. Ich befände mich in einem körperlichen und seelischen Erschöpfungszustand. So lautet die Diagnose. Ich hätte mir zu viel aufgehalst. Kinder haben und arbeiten passt eben nicht zusammen und so weiter. Ich komme mir blöd vor, da ich diese Diagnose schon selbst bestens kenne und täglich erfahre. Ich BEFINDE mich in einem körperlichen und seelischen Erschöpfungszustand, aber weshalb denn? Andere haben ja auch Kinder und arbeiten – und denen geht es gut.

Also bleibt nur eins übrig: harter Wille. Ich zwinge mich ab sofort, so zu leben, als ob nichts wäre. Mein Wille überredet den bleischweren Körper am Morgen, aufzustehen, beim Autofahren nicht einzuschlafen und beim Job nicht griesgrämig zu wirken. Nach wenigen Wochen merke ich, dass ich ein falsches Spiel treibe. Jetzt leide ich zusätzlich zu den altbekannten Beschwerden auch noch an Nacken- und Kopfschmerzen. Oft habe ich Schwindel und muss mich am Bürotisch halten, um nicht umzufallen. Um Gottes Willen, jetzt bin ich aber wirklich krank. Endlich wird der Arzt eine Diagnose stellen und mir helfen können. Mit einem Funken Hoffnung gehe ich zu meinem Hausarzt, der zu meinem Entsetzen wieder keine Diagnose stellen kann, ausser dass meine Nackenmuskeln verspannt seien. Wenigstens das, ich erhalte eine Verordnung für eine Physiotherapie. Neun Behandlungen vergehen, ohne dass sich meine Schmerzen gebessert hätten. Langsam bin ich der totalen Verzweiflung nahe und muss oft heulen. Die Sorge meiner Familie wächst weiter.

Und dann kam der Wendepunkt

Heute weiss ich, weshalb ich gelitten habe. Ich kann es kaum glauben, wie schnell ich wieder gesund geworden bin und wie einfach die Behandlung war. Es musste einfach die richtige Diagnose gestellt und die notwendige Therapie durchgeführt werden. Ein dritter Arzt, den ich schliesslich besucht habe, hat mir mitgeteilt, dass ich nicht genügend Eisen in meinem Körper hätte, obwohl die Schulmedizin meinen Blutwert noch als normal anschaue. Er gab mir vier Infusionen innert zwei Wochen und ich war fit.

Rückblickend hätte ich allen Grund dazu, auf die früheren Ärzte sauer zu sein. Ich fühlte mich von ihnen nicht ernst genommen, ich empfinde es als eine Frechheit, mich zum Psycho zu stempeln und mir Psychopharmaka zu geben anstatt das fehlende Eisen. Ich bin ja kein Auto, aber so komme ich mir vor. Mit vollem Tank. Vor der Aufsättigung mit Infusionen war der Tank leer und das Auto fuhr nicht mehr. Ich lebte leidend am Leben vorbei, fast ein Jahr lang. Wie muss es den vielen Frauen ergehen, die jahrelang falsch behandelt werden? Schliesslich gibt man dem Auto auch keine Psychopharmaka in den leeren Tank, sondern Benzin. Oder hab ich da etwas nicht richtig kapiert? Weshalb gaben mir die ersten Ärzte nicht Benzin, sondern Psychopharmaka? Unterliegt die Schulmedizin bei diesem Problem einem riesigen Irrtum? Hat die Schulmedizin übersehen, dass bei menstrualem Blutverlust gleichzeitig Eisen verloren geht? Warum hat bisher niemand gemerkt, dass der Eisenspeicher keine ewigen Vorräte hat? Schliesslich verliere ich als Frau in meinem Leben zusammen- gezählt über fünf Jahre lang Blut. Langsam beginne ich zu verstehen. Es muss sich um einen Irrtum der Schulmedizin handeln. Sie hat das Problem noch nicht erkannt.

 

Dr. med. Beat Schaub: Lebendige Frauen – the iron code
Taschenbuch
Erschienen 2006

CHF 18.00

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